Ein alter Holzwurm

Nico Pfauser erzählt, wie man es mit 22 Jahren zum Bauleiter schafft

Schon als Kind waren Nico Pfauser Holzleisten, Säge und Hammer ebenso vertraut wie Spielzeugautos und Gameboy. Als Knirps half er seinem Papa  bei Zimmerarbeiten. Mit 22 Jahren ist der Enslinger bereits Bauleiter bei der Firma Fertighaus Weiss in Oberrot-Scheuerhalden.

„Am Anfang sind die Bauherrn schon überrascht, wenn ich ihnen erkläre, dass ich ihr Bauleiter bin“, sagt Nico. Mit seiner schmalen Statur und seinem Lausbubengesicht wirkt Nico auf manche vielleicht noch jünger als er ist. Dass ein höheres Alter für mehr Erfahrung spricht, mag stimmen. Aber nicht im Fall von Nico – er hat früh angefangen. Schon als 13-Jähriger half er in den Sommerferien beim Dachdecken, Spannplattenverlegen und anderen Dingen. 

Mit dem Abitur in der Tasche, entschließt er sich 2011 zwei Praktikumstage bei Fertighaus Weiss zu absolvieren. Er überzeugt Christel und Hans Volker Noller, die Geschäftsführer, und beginnt als Dualstudent in dem Unternehmen. Den Theorieteil des „Bauwesen-Projektmanagement“-Studiums lernt er an der Dualen Hochschule Mosbach. Im September 2014 erhält er seinen Bachelor-Abschluss, seit Oktober ist er einer von fast 400 Weiss-Mitarbeitern. Der langjährige Hobbyfußballer von Tura Untermünkheim  übernimmt den Kundenservice, ist einer von drei Sicherheitsbeauftragten der Firma und hat die Bauleitung für fünf Häuser. „Für sein Alter bringt er unglaublich viel Erfahrung mit. Und er ist sehr verantwortungsbewusst“, sagt seine Chefin Christel Noller. Dass Nico den Master anschließt, findet die Unternehmerin vorerst zweitrangig: „Die Erfahrung bekommt man im Betrieb.“ Den fehlenden Respekt des einen oder anderen Kunden müsse er mit Fachwissen wegmachen, räumt sie ein.


Nicos Vater, Wilfried Pfauser, arbeitet inzwischen auch im Betrieb – ebenfalls als Bauleiter, Schreibtisch an Schreibtisch mit seinem Sohn. „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Nur, dass in diesem Fall der Apfel zuerst kam“, erzählt Christel Noller lachend. Als bei Weiss eine Stelle als Bauleiter frei wird, informiert Nico seinen Vater, der sich sofort bewirbt. „Man wird schließlich nicht jünger. Ich wollte weniger körperlich arbeiten müssen“, sagt der 50-jährige Zimmermeister. Dass sein Sohn ihm nun die Baustellen zuteilt, grämt ihn keineswegs. „Das bringt der Job halt mit sich“, entgegnet Wilfried Pfauser gelassen. Für den Berufsanfänger wiederrum ist es ein Vorteil, dass der Vater vom Fach ist. „Ich kann ihn immer fragen, etwa beim Abendessen, oder ihn anrufen, wie neulich als ich auf der Baustelle stand und nicht wusste, welches Rohr in die Versorgungsleitung muss.“ 

Ins Schwitzen kommt Nico schon mal, wenn ein Bauherr sich beschwert und auf sein Recht beharrt. „Meist ist das ungerechtfertigt“, sagt er und bemüht sich, dennoch höflich zu bleiben. Wenn zum Beispiel ein Sprung in der Scheibe bemängelt wird.  „Wenn wir uns beim Einbau nachweislich an die Normen gehalten haben, dann haben wir alles richtig gemacht“, sagt der junge Mann, der zwischen Firma und Kunde vermitteln muss.


Besonders intensiv beschäftigte sich Nico mit Passivhäusern. Häuser, die beispielsweise über Wärmedämmung, die Energie der Sonne für sich nutzen können. Über so ein Musterhaus von Weiss in Ulm schrieb er seine Bachelorarbeit. Erst wenn die Sonne lange genug scheint, schaltet das energieeffiziente Gebäude automatisch Geräte, wie die Waschmaschine hinzu. Über drei Monate führte er Messungen durch und kam zu dem Ergebnis, dass sich das Haus fast selbst versorgt, zu genau 85 Prozent. Die wichtigste und einprägsamste Erfahrung war jedoch das zweite Semester. Das verbrachte der ehemalige Student komplett auf der Baustelle, packte bei Elektrikern, Gipsern und Co. mit an. „Ohne dieses Grundlagenwissen könnte ich die Arbeit nicht machen“,  ist er überzeugt.


von Katharina Schultz


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