Damit es sich lohnt

Große Mengen Lieblingsessenkochen und einfrieren.

Schnell soll es gehen, gesund sein, aber keinesfalls teuer. Wie sich Auszubildende und Studenten rasch etwas

Gutes zum Essen zubereiten können, verrät Bernhard Reiser aus Würzburg.

VON CLAUDIA LINZ

ARCHIVFOTO
ARCHIVFOTO

Der Sternekoch und Restaurantchef ist Dozent für den Studiengang „Kulinarik und Foodmanagement“ am Campus Bad Mergentheim der DHBW Mosbach. Sein heißester Tipp: Große Mengen auf Vorrat kochen beziehungsweise zubereiten und portionsweise einfrieren. Denn so macht man sich das Leben rund ums Essen ein bisschen leichter. Pizza, Sauce Bolognese, Burger oder Pesto sind Parade-beispiele für clevere Vorratshaltung, die schmeckt. „Denn wenn man sich schon die Zeit zum Kochen nimmt, dann soll es sich doch lohnen. Schließlich benötigt man auch für größere Mengen kaum länger“, weiß der Profikoch. Pizza-, also Hefeteig, lässt sich in zum Beispiel zehnfacher Menge zubereiten und portionsweise einfrieren. „Ein selbstgemachter Rohling kostet nur 10 Cent.“ Außerdem kann eine selbstgemachte Pizza nach Lust und Laune belegt werden. „Ich nehme gern verschiedene Sorten Käse“, sagt Reiser, „zum Beispiel Emmentaler, Gorgonzola und Mozzarella, und gebe nach dem Backen noch frische Kräuter drauf. Auch Crème fraîche und Joghurt oder Magerquark mit Kräutern eigne sich als Belag. „Das geht sehr schnell und schmeckt.“ Grundsätzlich eignet sich Pizza prima zur Resteverwertung, und als solche war sie in Italien ja einst ent-
standen. Der Belag richtete sich danach, was Küche und Keller gerade hergaben. Größter Vorteil der selbst belegten Pizza sei aber, dass man wisse, was man esse. Eine gekaufte Tiefkühlpizza könne auch aus Industriesalami, Schinkenimitaten und Analogkäse bestehen. Das gleiche gilt für die Sauce Bolognese oder diverse Pesto. Beides kann man auf Vorrat herstellen. Die Bolognese werde portionsweise eingefroren. Pesto halte sich, in Gläser gefüllt, problemlos mehrere Wochen im Kühlschrank. Wer gerne Burger isst, könne aus einer größeren Menge Fleisch Hacksteaks formen und diese ebenfalls stückweise ins Gefrierfach legen. „Noch gefroren werden sie in die Pfanne gelegt und in 15 Minuten durchgebraten.“ Und die Brötchen? „Ich würde Schwarzbrot nehmen, dieses im Toaster leicht anrösten und dann den Belag drauflegen. Das schmeckt hundertmal besser als weiße Pappbrötchen“, findet Bernhard Reiser. Rezepte für Pesto, Bolognese und Burger findet ihr auf der nächsten Seite. Natürlich gibt es auch Möglichkeiten, in einer Viertelstunde etwas frisch Gekochtes auf den Tisch zu bringen. Schneide man Gemüse sehr dünn, ist es im vorgeheizten Backofen in fünf bis zehn Minuten gar. „Je geübter man ist, desto schneller geht es“, macht Reiser Mut und rät dazu, saisonales Gemüse zu bevorzugen. „Das ist meist am günstigsten.“ Während der Backzeit lassen sich Nudeln, Reis oder Kartoffeln kochen sowie ein Steak oder ein Stück Fisch in der Pfanne braten. Noch ein Wort zum Frühstück. „Niemand muss sich zum Müsli zwingen“, meint Reiser. Vielmehr soll man essen, worauf man tatsächlich Appetit hat, was einem gut tut und leistungsbereit macht. „Das kann auch ganz klassisch Brot mit Wurst oder Käse sein.“ Wer allerdings gern Müsli isst, sollte sich das selbst zusammenstellen und keine in der Regel völlig übersüßten Fertigmischungen kaufen.

Bernhard Reiser ist Sternekoch und Hochschuldozent. PRIVATFOTO
Bernhard Reiser ist Sternekoch und Hochschuldozent. PRIVATFOTO

Ruck-Zuck-Rezept
Frisch zubereitet, schnell gemacht und nach zehn Minuten Kochzeit

auf dem Tisch sind Spaghetti mit Lauchsoße.

 

Dazu kocht man Spaghetti,
schneidet währenddessen eine
Stange Lauch in feine Stückchen,
brät diese in der Pfanne
an, gibt halb Milch, halb
Sahne dazu und würzt nach
Geschmack. Zum Beispiel mit
etwas Salz, Pfeffer und Muskatnuss.
Die Sauce mischt man
mit den bissfest gekochten
Spaghetti, gibt etwas geriebenen
Käse darüber – und schon
ist das Essen fertig.

Folge uns auf Facebook

Fragen? Schreibe uns eine Mail

Azubistellen im Stellenportal


südwest presse
südwest presse
südwest presse
südwest presse