Die Lehrer-Assistenten

Fabio Wiedmann und Hannah Bahlesind Bufdis an der Grundschule.

Eigentlich haben Fabio Wiedmann und Hannah Bahle die Schule längst hinter sich. Nun richten sie ihren Alltag wieder nach dem Läuten der Schulklingel aus. Die beiden engagieren sich im Bundesfreiwilligendienst in der Grundschule Sulzdorf.

VON KATHARINA SCHULTZ

Damit das Ergebnis stimmt: Hannah und Fabio helfen den Schülern der zweiten Klasse bei Matheaufgaben.                   Fotos: Katharina Schultz

Es ist fast 10 Uhr, als sich das Lehrerzimmer lichtet und die Pädagogen wieder in den Unterricht verschwinden. Zurück bleiben Hannah und Fabio. Normalerweise wären auch sie jetzt hinter einer der Türen verschwunden. Die beiden 19-Jährigen sind so etwas wie die Assistenten der Lehrer. Vom ersten Klingeln um 7.40 Uhr an begleiten sie – voneinander getrennt – Unterrichtsstunden und helfen vor allem den schwächeren Schülern. Je nach Fach, Lehrer und Klasse sind die Aufgaben sehr unterschiedlich. „Manchmal müssen wir nur da sein, Aufmerksamkeit schenken und den Kindern über die Schultern schauen“, berichtet Fabio, der die Schule und sogar ein paar der Lehrer noch aus seiner Grundschulzeit kennt. Ein anderes Mal stehen die beiden bestimmten Schülern gezielt zur Seite, geben etwa Hilfestellungen bei der Lösung von Matheaufgaben oder zeigen wie Buchstaben korrekt geschrieben werden. Wer Hilfe bekommen soll, das wird meist mit dem Lehrer vorm Unterricht abgesprochen. „Teilweise reicht auch ein bloßer Augenkontakt zwischen uns, um zu wissen, um wen ich mich kümmern soll“, sagt die Oberfischacherin Hannah. Dass gleich zwei Bufdis an der Schule sind, ist eine luxuriöse Situation, wie Direktor Felix Greiner betont. Hannahs Stelle wird über die Stadt Schwäbisch Hall finanziert. Der Förderverein der AWO ermöglicht, dass zusätzlich noch Fabio für ein halbes Jahr beschäftigt werden kann. „Die beiden sind eine große Unterstützung“, sagt Lehrer Ulrich Löchner, der besonders in den Stunden von den Bufdis profitiert, in denen die Schüler zum Selbststudium angehalten sind.

"Hannah und Fabio sind junge Ansprechpartner und eher Freunde und Vorbilder für die Kinder und weniger in der Lehrerrolle“, erklärt Ulrich Löchner. Mit Umarmungen oder gemalten Bildern bekunden die Kleinen ihnen gerne ihre Zuneigung. Die Bufdis sind auch nach der Schule präsent: Auf vier Unterrichtsstunden folgt täglich die Nachmittags- und die Hausaufgabenbetreuung. 16 Uhr endet ihr Einsatz. Hannah will sich anschließend zur Kinderkrankenpflegerin ausbilden lassen – „oder vielleicht doch Lehramt studieren“, räumt sie ein. Fabios Entscheidung stand schon vor vielen Jahren fest: „Ich will in die Wirtschaft“, sagt der Sulzdorfer entschlossen. „Mir ist es einfach nur wichtig, mich sozial zu engagieren.“

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