MINT – Was ist das?

Keine staubtrockene Materie,sondern vielseitig und spannend

MINT klingt nach frischem Pfefferminzbonbon. Tatsächlich ist es die abkürzende Bezeichnung für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Staubtrockene Materie also? Nur etwas für verschrobene Außenseiter? Im Gegenteil. Seit reale Computerfreaks wie Facebook- Gründer Mark Zuckerberg zu Milliardären aufsteigen und Naturwissenschaftler die Helden von Comedyserien wie „The Big Bang Theory“.

 

VON CLAUDIA LINZ / DPA

MINT sei weder langweilig noch eine Männerdomäne, sondern vielseitiger, als mancher denke, meint Prof. Ortwin Renn, Leiter der MINT-Studie der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech) in München. So stellen zum Beispiel Süßwarentechnologen
Schokoladeneier her, Bauzeichner fertigen detailgenaue Pläne und Mikrotechniker entwickeln Touchscreens. Unterschiedliche Interessen, Erfahrungen und Talente sind gefragt und eröffnen eine Vielzahl an beruflichen Perspektiven, hervorragende Karrierechancen und gute Verdienstmöglichkeiten. Im Interview erläutert Professor Renn, warum es sich lohnen kann, MINT einfach mal auszuprobieren. Schließlich sei für über 60 Prozent der MINT-Azubis ein Betriebspraktikum die wichtigste Entscheidungshilfe bei der Wahl einer technischen Ausbildung gewesen.

 

Kickstart: Wie viele MINTAusbildungen gibt es?
Prof. Ortwin Renn: Es gibt über 500 Ausbildungen im MINT-Bereich, dabei haben wir in der Studie die Definition weit gefasst. Zu den technischen Berufen zählen zum Beispiel Elektroniker oder Mechatroniker, ebenso gehören zu den MINT-Ausbildungen chemisch-technische Assistenten, mathematisch-technische Assistenten, der Fachinformatiker
Systemintegration oder der Informatikkaufmann.

Kickstart: Besteht überall Fachkräftemangel?

Prof. Ortwin Renn: Nicht überall. Tendenziell fehlt es aber eher an Fachkräften, als dass es zu viele Bewerber gibt. Sehr stark ausgeprägt ist der Fachkräftemangel in Bereichen wie Mechatronik, Elektronik, Elektriker, mathematisch-technische Assistentensowie Informatik. Weniger stark ausgeprägt ist er in den klassischen Handwerksberufen sowie in Ausbildungen im Bereich Biologie.

 

Kickstart: Braucht es für die Ausbildungen einen bestimmten Schulabschluss?

Prof. Ortwin Renn: Nein, das unterscheidet sich stark je nach Ausbildung. Für die meisten reicht ein Hauptschulabschluss, nur für manche ist ein Realschulabschluss nötig. In der Realität sind es häufig aber Realschüler und Abiturienten, die eine Ausbildung im MINT-Bereich machen. Dadurch, dass es inzwischen häufiger Mangelberufe sind, haben allerdings  auch talentierte Hauptschüler
vermehrt eine Chance. Wie sind die

 

Kickstart: Wie sind die Verdienstaussichten?
Prof. Ortwin Renn: Sie sind im MINT-Bereich tendenziell besser als in anderen Branchen. Auch da ist eine große Streuung da, aber der monatliche Verdienst ist im Schnitt 25 bis 30 Prozent höher im Vergleich zum Durchschnitt aller anderen Ausbildungsberufe, zu denen zum Beispiel der Einzelhandel oder soziale Berufe wie Alten- oder Krankenpfleger gehören.

 

Kickstart: Sollten Eltern ihr Kind für einen MINT-Beruf begeistern?

Prof. Ortwin Renn: Eltern sollten Kinder unterstützen, wenn ein Interesse für einen MINT-Beruf da ist. Es hat keinen Sinn jemanden in einen
Beruf zu zwängen, für den sich das Kind nicht interessiert. Wir glauben aber, dass es weit mehr Talent und Interesse bei den Jugendlichen gibt, als Jugendliche derzeit die Berufe ergreifen.

 

 

FOTO: KOMPETENZZENTRUM TECHNIK-DIVERSITY-CHANCENGLEICHHEIT E.V.

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