Rendesvouz mit Nullen und Einsen

Nachwuchsforscher Niklas Fauth istgerade einmal 18 und schon preisgekrönt.

Es ist ein fünf Meter langer Blitz, der Niklas Fauths Liebe für Technik 2007 entfacht. Heute brennt der 18-Jährige immer noch – so sehr, dass sein Lebenslauf vor Preisen und Auszeichnungen nur so strotzt.


VON SIMON KREUZER

Auf einer Ausstellung in Wolfsburg steht der damals Siebenjährige Europas größter Teslaspule – einer Art Blitzgenerator – gegenüber. „Das hat mich fasziniert“, erzählt Niklas, „zu Hause habe ich sofort versucht, sie nachzubauen“. Funktioniert hat seine „Fauth-Spule“ damals nicht, an dem elektrisierenden Hobby bleibt der Besigheimer aber dran: Mit zehn Jahren bekommt er beim Zerlegen des Druckers schwarze Finger, mit zwölf lötet er Hochspannungs- Trafos und mit 14 gelingt ihm der erste große Erfolg: Sein selbstentwickelter Geigerzähler erreicht den ersten Platz beim Landes- und den vierten Platz beim Bundeswettbewerb von „Jugend forscht“. „Der Sieg hat mich motiviert“, meint Niklas.

 

Erst letztes Jahr punktet er mit seinem günstig herstellbaren Gasspektrometer in den USA und kassiert zwei Preise bei der Intel ISEF in Pittsburgh. In der Schule ist Niklas ein Überflieger. Während sich der Rest des Physikkurses mit Masse, Dichte und Federkonstante herumschlägt, sitzt er mit dem Laptop auf dem Schoß ganz hinten und programmiert Nullen und Einsen in Mikrocontroller. Ob er der typische Nerd war? Niklas lacht: „Viele waren interessiert an meinem Hobby. Manche haben aber schon gesagt ‚Nicht der Streber schon wieder‘ – die üblichen paar Idioten eben.“ Davon dürfe man sich nicht abbringen lassen. Sein Tipp für alle MINT-Interessierten: „Sucht euch Leute mit dem gleichen Hobby – zum Beispiel beim Kepler- Seminar in Stuttgart oder bei ‚Jugend forscht‘ kann man super Kontakte knüpfen.“ Die des Besigheimers erstrecken sich mittlerweile bis über den Atlantik. Auch wenn Firmen schon Interesse bekundet haben, zu einer Kooperation kam es bisher noch nicht. Niklas kann sich gut vorstellen, sich später selbstständig zu machen.

 

Momentan studiert er Elektround Informationstechnik am Karlsruher Institut für Technologie und fühlt sich pudelwohl. Durch die Uni hat er viel um die Ohren, dennoch stehen auf seiner Ideen-Liste noch eine Menge Projekte und Spinnereien: Von der Weiterentwicklung seiner Sensoren über Kommunikation mit Terahertzstrahlung bis hin zum Quantencomputer. „Die Möglichkeiten der Naturwissenschaften sind nie erschöpft. Es macht unheimlich Spaß, Probleme zu finden und sie zu lösen.“ Inzwischen hat Niklas sogar seinen großen Gegner bezwungen: Irgendwo in seinem Zimmer lagert eine selbstgebaute Teslaspule – und sie funktioniert.

 

 

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